In der modernen Lebens- und Arbeitswelt sind Technik und neue Technologien heute kaum mehr wegzudenken. Längst haben wir uns daran gewöhnt, Informations- und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung von Alltagskommunikationen, zur Organisation unseres Lebens oder auch als Teil unserer Freizeitaktivitäten zu nutzen. Computergestützte Technologien unterstützen unsere Aktivitäten heute bereits im Bereich der Häuslichkeit, der Mobilität und in vielen weiteren Bereichen unseres Lebens.

Auch im Berufsleben setzen sich computergestützte, häufig internetbasierte und intelligente, robotische Systeme zunehmen durch. Diese Tendenz macht auch vor dem Bereich des Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesens nicht halt.

Seit einigen Jahren werden auch erhebliche Anstrengungen unternommen, neue Technologien zur Unterstützung der Betreuung, Begleitung und Pflege von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen sowie insbesondere zur Verbesserung der Lebensqualität und zum Erhalt der Selbstständigkeit von älteren Menschen zu entwickeln. Bewährte Hilfsmittel, wie etwa Rollatoren und Lifter werden entlang der technischen Möglichkeiten verbessert und neue technische Assistenzsysteme werden entwickelt. Diese dienen etwa zur Sturzerkennung in der häuslichen Umgebung, zur Erinnerung an die Medikamenteneinnahme oder zur Verbesserung des Austauschs zwischen Hilfeempfängern und pflegenden Angehörigen oder professionellen Pflegedienstleistern.

Auch die direkte Pflege schwer pflegebedürftiger Menschen soll durch diese Entwicklungen erleichtert und verbessert werden, pflegende Angehörige und beruflich Pflegende sollen möglichst körperlich wie psychisch entlastet werden, etwa durch modernisierte Pflegebetten und Lagerungshilfen.

Weiterhin können neue Technologien die Vernetzung und Kommunikation zwischen hilfe- und pflegebedürftigen Menschen und dem umgebenden Hilfesystem (berufliche Pflege, haus- und fachärztliche Versorgung, Kranken- und Pflegekassen etc.) verbessern. Neue Pflegetechnologien können häufig große Datenmengen speichern, verarbeiten und bei Bedarf direkt an betreuende und begleitende Akteure weiterleiten.

Der nächste Entwicklungsschritt wird im Bereich der Pflegerobotik erwartet. Pflegeroboter können zukünftig den Alltag in der häuslichen Umgebung oder auch im Pflegeheim unterstützen, aber gegebenenfalls auch Hilfestellung bei Pflegemaßnahmen geben. Weitere Entwicklungen zielen darauf ab, einen Beziehungsaufbau zwischen Mensch und Maschine zu ermöglichen, etwa um Phänomenen der Einsamkeit und der sozialen Isolation entgegenzuwirken.

Die Möglichkeiten der technischen Entwicklung stellen eine neue, technikgestützte Pflegewirklichkeit von morgen in Aussicht. An diese Entwicklung werden auch Fragen herangetragen: In wie weit darf Technik die zwischenmenschliche Beziehung zwischen hilfe- und pflegebedürftigen Menschen und ihren familialen, ehrenamtlichen oder auch beruflichen Helfern unterstützen oder gar ersetzen? Welche Technologien sind für die Unterstützung der Pflegearbeit geeignet, welche nicht? Wie müssen Technologien gestaltet sein, dass ältere oder pflegebedürftige Menschen sie in ihrem Umfeld nutzen können und wollen? Wer bezahlt den Einsatz der Technologien?

Der Einsatz von neuen Technologien wird die Pflege der Zukunft verändern. Bereits heute können und sollten wir darüber nachdenken, welche Pflege wir in Zukunft wollen und wie diese zur realisieren und zu gestalten ist.

Die Initiative Pflege der Zukunft möchte ihre Einschätzung zu Fragen dieser Art einholen und Ihnen ein Forum zum Austausch zu dieser Entwicklung bieten. Aus der Summe ihrer Rückmeldungen werden wir Zukunftsbilder für die Pflege von morgen ableiten, die als Diskussionsgrundlage bereits für die heutigen Debatten um den Technikeinsatz in der Pflege dienen können.

Wir freuen uns auf Ihre Einschätzungen und bedanken uns für Ihre Mitarbeit!